Gehölze
- Bäume sind die Bemühungen der Erde
mit dem Himmel zu sprechen.
Rabindranath Tagore -
Von all den verschiedenen Lebewesen und Dingen, mit denen die Natur die Oberfläche der Erde geschmückt hat, spricht keines unser Gefühl, unser Interesse und unsere Phantasie so sehr an wie jene altehrwürdigen Bäume, die den Eindruck erwecken, schon endlos lange an ihrem Platz zu stehen, schweigende Beobachter unzähliger generationen von Menschen, deren Schicksal sich in ihrem eigenen so ergreifend widerspigelt, in ihrem Entstehen, ihrem kraftvollen Leben und ihrem Vergehen.
John Mur, 1868 (aus dem Buch "Alte Bäume" von A. Lewington und E. Parker)
alter Eucalypthusbaum in Kerkyra (Korfu)
Ursprünglich war unser Planet überzogen von einer Vielfalt an Bäumen, mit Kastanien, Hickory, Amberbaum und Christdorn, um nur einige zu nennen. Auch Sequoie und Sumpfzypresse, Tsuga und Flügelnuss bereicherten die Wälder hier in Deutschland.
Durch die Eiszeit wurde ein großer Teil der noch heute in Ostasien und Nordamerika vorkommenden Baumflora verdrängt und vernichtet. Der Grund liegt vor allem in den fast geschlossenen Gebirgsketten von Spanien bis Polen, die eine natürliche Barriere bildeten. Da sie in ostwestlicher Richtung verlaufen, blieben den Bäumen keine Rückzugsmöglichkeiten wie in Nordamerika, wo die Gebirge in nordsüdlicher Richtung verlaufen und die Pflanzen sich zurückziehen konnten, um später wieder erneut in die Gebiete vorzudringen.Vereinfacht ausgedrückt über die breiten Gletscher der Eiszeit wurden zu wenige Samen transportiert. Es konnte keine neue Poulation im Süden aufgebaut werden, demzufolge gab es keine neuen Nachkommen und die Wälder starben aus. Am Ende war Mitteleuropa (bis auf wenige Ausnahmen) von Eis und einer Art Tundra (Rasen) überzogen.
Nur im Balkanraum war ein Rückzug der Bäume möglich, Pflanzen wie Rosskastanie, orientalische Platane oder auch Flieder gehören dazu.
Heute ist die einheimische Baumflora nicht mehr sehr vielfältig, ja sie besteht sogar zum Teil nur aus je einer Tannen- Fichten bzw. Koniferenart. Ebenso eine Vertreter von Lärche, Wachholder und einigen wenigen Kiefern.
Auch bei den Laubbäumen sieht es nicht viel besser aus. Obwohl es hier doch mehr Vertreter einer Art gibt, z.B. beim Ahorn. Insgesamt liegt allerdings die Zahl der heimischen Baumarten bei 50-60.
Das es hier trotzdem mehr als Birke, Ahorn, Eiche und Co gibt haben wir Menschen zu verdanken, die nach der Eiszeit einwanderten und zu ihrem Schutz, aber auch zur Kultivierung Bäume mitbracheten. Die Römer pflanzten Esskastanie und Walnuss und auch einige chinesische Bäume gelangten über Handelswege zu uns. Um 1600 waren hier dann schon viele Bäume in Kultur, z.B.Goldregen und Lorbeer, Scheinzypresse und Balsampappel.
Aus dem Kaukasus gelangeten Zelkova, Flügelnuss und später Parrotia zu uns.
Während aus dem artenreichen Gebieten Nordamerikas viele Bäume eingeführt wurden gestaltete sich die Einfuhr aus China und Japan wesentlich schwieriger, nur einige wenige priviligierte Sammler konnten Pflanzen mitbringen. So z.B. Phillipp Franz von Siebold, studierter Botaniker, Archaeologe etc., der um 1820 den Japanischen Ahorn einführte.

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